Konservativ sein.

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Konservativ sein.

Beitragvon strike » Do 18. Jan 2018, 04:24

Dazu stehe ich.
Ein paar kluge Gedanken zum Thema in einem Buch:

Dieses Buch gibt eine Orientierung.
Es formuliert das geistige Kompendium der
neuen Bürgerlichkeit. Zugleich kann man es als Plä-
doyer gegen linke und rechte Ideologien
verstehen,
aber auch gegen die Substanzlosigkeit einer Jahrmarktgesellschaft,
gegen die wilde Destruktion und
Beschleunigung in unserer modernen Welt.

Dieses Buch werden einige als positiven Leitfaden
mit bewusst langer Haltbarkeit lesen, denn der
wahre Konservative kennt lange Linien der Geschichte
und ist nicht verbogen von hektischen Irrungen.
Andere können es aber auch als kämpferische Fibel
für die postideologische Generation der Neo-Bürgerlichen
lesen.

Dritten ist es ein politisches Brevier,
eine Provokation für Linke und Rechtspopulisten,
Gutmenschen-Bevormunder und moralische Besserwisser.

Denn der Konservative zweifelt lieber, als
dass er gleich alles besser weiß, er ahnt vielmehr,
dass das vorhandene Gute zuweilen besser ist als das
vermeintlich Bessere.


Das Comeback des Konservativismus hängt eng
mit dem Niedergang linker Weltanschauungen zusammen.
Diese erinnern viele Menschen im besseren
Fall an depressive Gewerkschaftsseminare, an
zeigefingernde Weltverbesserung und an ältere Männer
mit Vaterproblemen. Im schlechteren Fall wittert
man „Die-Partei-hat-immer-recht“-Betondenker,
sozialistischen Stacheldraht und Unterdrücker von
Venezuela bis Nordkorea.


Während das Rotsein einstmals
helfend-warm-mitfühlend war, wirkt es zusehends
nurmehr soziologisch, kratzig oder kasernenhaft.
Auch Modernismus und Materialismus werden
skeptischer beäugt. Die Fahrigkeit einer vergnü-
gungssüchtigen Medien- und Eventrepublik und die
wilde Raserei der Globalisierung lassen Entschleunigungsreflexe
wach werden.

Sozialismus wie Modernismus
wirken geistig erschöpft, weil ihr materialistisches
Streben das wesentliche Bedürfnis der
Menschen nach Identität, Sinn und Geborgenheit
nicht erfüllt. In das Vakuum strömen neo-religiöse
Sehnsucht, allerlei Retrokultur und Nachhaltigkeitsgehabe.
Das Buch verbindet also eine Analyse des Zeitgeistes
mit einer kritischen Neu-Verortung von alten Werten.

Das heutige Wertegerüst wird systematisch
sortiert, denn Konservative mögen Ordnung. So entsteht
ein Manufaktum des Geistes, bei dem gilt: Es
gibt sie noch, die guten, alten Dinge.

[ ... ]

Das Buch bündelt zugleich den weiträumig
gefühlten Kulturpessimismus unserer Zeit. Den Eindruck
nämlich, dass wir nicht nur an einer finanziellen,
sondern auch an einer kulturellen Schuldenkrise
leiden, dass das Abendland seinem Sonnenuntergang
entgegengeht, dass die westliche Kultur sich leider
schlafen legt.

Es trägt damit Züge einer „Fin-de-Siècle-Anklageschrift”.
Aber auch eine Handlungsanweisung
wird dem neugierigen Leser geboten.

Das Grundmotto der neuen Bürgerlichkeit lautet
bei alledem: Konservativ ist nicht ein Hängen an
dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem,
was immer gilt.


Auszug
Amazon

... Es dämmert damit eine Tugendrepublik herauf, in der Hohepriester des Gutmenschentums uns mit ihren Geboten umstellen: Du sollst kein Fleisch essen und kein Kaminfeuer anzünden, du sollst nicht Glücksspielen, du sollst nicht nach Leistung beschäftigen, sondern nach Geschlecht und Herkunft. Mit Quoten und Verboten kommen sie daher, die Verbraucher- und Familienschützer, die Gleichstellungsbeauftragten und Integrationsberater. Sie tragen Menschen teure Bildungspakete hinterher, die gar keine haben wollen, denn sie wissen alles besser. Sie sind Profiteure des Freiheitsentzugs, jene Armutsbekämpfer, Präventionsräte und Klimaretter, Lobbyisten der Gewissheitsindustrie, die ihr Geschäft mit der Besserwisserei so verfolgen, dass sie ihre Nachfrage mit Problemstudien immer selbst erzeugen. Ihre Absicht, das Land in eine gigantische Besserungsanstalt zu verwandeln, folgt einer ganz eigenen Logik, denn dann haben sie als Besserungs-Pädagogen ihr Auskommen.

Jede einzelne Steuererklärung in Deutschland ist ein Beweis für die These vom Marsch in das Freiheitsdefizit. Deutsche Finanzämter sind Tempel der Bürokratievergötterung, sie huldigen 33.000 (!) Steuerparagrafen. Steuererklärungen können wir gar nicht mehr alleine abgeben; wir brauchen dazu 100.000 Steuerberater und noch einmal so viele Steuerbeamte, und wir verschwenden Tag für Tag die Intelligenz einer Kulturnation mit dem erniedrigenden Aufarbeiten von Abschreibungen, Freibeträgen und Bemessungsgrenzen. Zigtausende von Rechtsverfahren sind anhängig, millionenfache Sachverständigenstunden von Juristen sind gefordert in einer absurden Welt, die ihren Sachverstand längst verloren hat. Und die Antwort des Staates darauf: Die Schaffung neuer Aufsichten für einen Bürokratieabbau, der nie kommt.

Was aber schützt vor der Übergriffigkeit einer Gesellschaft, die glaubt alles regeln zu müssen, weil es keine Selbstverständlichkeit im Regelwerk der Tradition, des Comments, der herkömmlichen Usancen gibt? Der Konservative kennt sie noch und vertraut ihnen, weil sie die gesiebte Vernunft von Generationen zeigen. Er muss nicht alles geregelt haben, aber die großen Regeln der Vorväter haben ihn....


Wolfram Weimer

Eine bemerkenswerte Kommentierung des Buches:

5.0 von 5 Sternen
Einspruch gegen dekonstruktivistische, postmoderne Postenjäger und Oberlehrer.
Von Happyx am 17. Januar 2018
Format: Taschenbuch

Wissen Sie, auf wen die Aussage „Deutschland den Deutschen“ zurückgeht?

Roter Wedding’, kommunistisch Gläubige, gestartet im Jahr 1929, schmetterten in ihrem Marschlied:
…Wie Karl Marx es und Lenin gelehrt! / Und schlug auch der Feind unsere Besten tot,
Der Wedding kommt wieder, Berlin bleibt rot, / Damit Deutschland den Deutschen gehört!


Problem heute ist, dass in der gedankenlosen Eile globalistischer Hetzjagden kaum mehr Zeit bleibt, in einen Zeithorizont vor 1933 einzusteigen. Nazi ist das für alle nutzbare Argument gegen jene bösen Deutschen, die man endlich der Geschichte übergeben müsse, zugunsten des gewandelten, toleranten, offenen, alle Kulturen ausgleichenden und alle neben sich als Nachbarn aushaltenden Menschen. Jener Mensch also, der weiß, dass es keine deutsche Kultur mehr gäbe und das Zusammenleben täglich neu ausgehandelt werden müsse. Alles Zerstören, was uns kaputt gemacht hat, die Alt-68er und ihre Ideologien sind heute zu einem wuchernden Acker des Selbstverständnisses eines Volkes geworden, das in den Abgrund blickt: wieder in das Auge einer totalitären Ideologie, wie sie die Welt im Abendland noch nicht gesehen hat.

Wer sich zurückerinnern möchte an die kulturellen Leistungen und das Selbstverständnis der Deutschen, der ist mir diesem klugen Buch von Wolfram Weimer (WW) an jener Quelle, die 1933-45 nicht ausblendet UND auch alles Davorliegende in einen geschichtlichen Horizont bringt, mithin ein Gespür für totalitäre Strukturen entwickelt, die wir heute, in Zeiten wohlmeinender Demokratie, leider wieder konstatieren müssen. Nahezu alles wurde dekonstruiert und in eine postmoderne Heilsideologie überführt, die fatal an die Gläubigkeit der 33er Zeit erinnert. Dabei ist entscheidendes Wissen versickert. Thorben Lütjen stellt fest: „Uns sind die langen, manchmal sogar Generationen überspannenden Zeithorizonte abhanden gekommen, die frühere Erzählungen auszeichneten und die so wichtig waren, um den langen Atem nicht zu verlieren.“

WW diagnostiziert in diesem klugen Buch jenen schleichenden Freiheitsverlust, den viele gar nicht mehr wahrnehmen und seziert die unerträglichen Bemutterungsgesten des Staates und jener Parteien, die sich ohne Ende um ihre Wähler sorgen, statt ihnen die Selbstständigkeit und jenes Schwierigste überhaupt aufzubürden, das es gibt: zu denken. Der Nanny-Staat wuchert heute allerorten, während seine Bürger im rasanten Tempo des Netzes und einer vermeintlich globalisierten Welt untergehen. Als einziges Argument fällt vielen nur noch jenes eingangs genannte Totschlagargument ein, das ihnen irgendwie ein gutes Gewissen beschert und sie täglich neu in ein Karussell setzt, das ihnen Wind zufächelt.

Der polnische Philosoph Kolakowski schrieb: „Erstens: Hätten nicht neue Generationen unaufhörlich gegen die ererbte Tradition aufbegehrt, würden wir heute noch in Höhlen leben. Und zweitens: Würde das Aufbegehren gegen die ererbte Tradition einmal universell, würden wir uns bald wieder in den Höhlen befinden.“ Deutsche Parteien schaffen aktuell ein solches Höhlensystem, bestehend aus Übermuttern, Verboten und Paragraphen, die mehr lähmen als voran bringen, völlig geschichtsvergessen errichteten sie eine Staat, den keiner gewollt haben kann. Sie schaffen so viele Bedenken wie sie Pöstchen errichten und ergehen sich in Bemutterung/Bevormundung mehr als in mutigem, neuen, innovativen Denken. Aktuell haben sie die umfassende und totale Welten- und Menschenrettung auf ihre Fahnen geschrieben und werden solange am Kern dieses Problems weiterarbeiten, bis auch daraus eine vollumfängliche, problematische Ideologie geworden ist. Ja, sie leben diese Glaubensreligion so radikal und so total, dass jeder heute Angst haben muss, der nach Deutschland kommt.

Die Deutschen sind offensichtlich aus der Geschichte ausgetreten und sehen für sich keine vergangenen, guten Horizonte mehr. Die unsägliche Aussage der Integrationsbeauftragen der Bundesregierung (Es gäbe keine deutsche Kultur mehr, und das Zusammenleben müsse täglich neu ausgehendelt werden) markiert m.E. eine Zäsur (und den endgültigen Niedergang der SPD), gegen die sich dieses mehr als lesenswerte Buch von WW wehrt und mit dem Kernsatz Linien konservativen, bürgerlichen Handelns reflektiert: „Der Konservative tritt nicht aus der Geschichte aus, sie tritt vielmehr in ihn ein.“ Dieses Buch sollte offensiv im Geschichtsunterricht und an allen Stammtischen diskutiert werden. Leider aber finden dort nur Alt-68er Lehrer mit ihrem Schuldkult und Gespräche über Fußball statt. Ich habe nur wenig Hoffnung.

George B. Shaw formulierte: „Die Deutschen haben eine Besessenheit, jede Sache so weit zu treiben, bis eine böse daraus geworden ist.“ Heute sitzen sich am Kern des Problems Deutsche selbst gegenüber, die sich umfassend therapiert haben und an einem Regelwerk zu ersticken drohen, das sie ihrer eigenen Psychotherapie des Gutseins verschrieben haben. Rette sich wer kann, und lese dieses Buch! Dabei steht an erster Stelle, die Würde jedes Individuums wiederzuentdecken, gegen alle ideologischen und religiösen Vereinnahmungen, die so gerne schäfchenhaft Gläubige als Nachfolger um sich scharen und das skeptische Denken vollständig zum Erliegen bringen.
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon Willywinzig » Do 18. Jan 2018, 04:49

:thumbs:
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon Hualan » Do 18. Jan 2018, 07:17

Dito.
Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können...
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon Yogi » Do 18. Jan 2018, 07:51

Ich auch.
Dafür muss man Doktor sein.
,,Die dümmsten Metzger wählen ihre Schlächter selber,,
Was ein Arschloch.
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon dieter1 » Do 18. Jan 2018, 09:33

Kompletter Schwachsinn!
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon Hualan » Do 18. Jan 2018, 09:58

Das ist eine traurige, aber zu erwartende Diagnose, Dieterle. Wie kommst du damit klar?
Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können...
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon Willywinzig » Do 18. Jan 2018, 11:08

:biggrin:
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon woody » Do 18. Jan 2018, 11:10

dieter1 hat geschrieben:Kompletter Schwachsinn!


Kurz und treffend. Jedes weitere Eingehen auf den Schwachsinn, waere Perlen vor die Säue.
"Sprach der König zum Priester: Halte du sie dumm, ich halte sie arm."
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon Yogi » Do 18. Jan 2018, 11:13

woody hat geschrieben:
dieter1 hat geschrieben:Kompletter Schwachsinn!


Kurz und treffend. Jedes weitere Eingehen auf den Schwachsinn, waere Perlen vor die Säue.


Heute schon Maaatin, Maaatin intoniert :doh:
Dafür muss man Doktor sein.
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Re: Konservativ sein.

Beitragvon woody » Do 18. Jan 2018, 11:15

Dummbatz :biggrin: :biggrin: :biggrin:
"Sprach der König zum Priester: Halte du sie dumm, ich halte sie arm."
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