Tibet

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Tibet

Beitragvon woody » Do 19. Jan 2017, 06:52

Ich fange mal mit einem der Dalai Lama Kritiker an.

Colin Goldner

Die hiesige Tibet-Schwärmerei ist reine Projektion
.....................
Der Dalai Lama ist alles andere als ein "Mann des Friedens

Auch der Wissenschaftsjournalist Colin Goldner und Autor des Buches „Dalai Lama – Fall eines Gottkönigs“, das in den nächsten Tagen in aktualisierte Neuauflage im Alibri-Verlag erscheint, musste sich wegen seiner prononcierten Kritik am Dalai Lama und der von ihm vertretenen Politik schon häufig scharfe Angriffe gefallen lassen. Peter Nowak sprach mit ihm über das Bild von Tibet und vom Dalai Lama.
Vor einigen Tagen protestierten in Deutschland lebende Chinesen gegen eine verzerrte Medienberichterstattung über Tibet in deutschen Zeitungen. Ist die Kritik berechtigt?
In den bürgerlichen West-Medien wurden die frei Haus gelieferten Behauptungen der "Exilregierung" des Dalai Lama ohne die geringste journalistische Distanz oder Gegenrecherche weiterverbreitet: von der "unmenschlichen Brutalität der chinesischen Machthaber", den "grausamen Menschenrechtsverletzungen", dem "Völkermord auf dem Dach der Welt". Nirgendwo fand sich auch nur der leiseste Anflug von Kritik an der von Tibetern verübten Gewalt. Selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wurden die blindwütigen Horden - darunter viele Mönche aus den örtlichen Großklöstern -, die da vandalierend, plündernd und Brände legend durch die Straßen zogen und auf jeden einprügelten, der nicht tibetisch genug aussah, als im Grunde friedliche Demonstranten dargestellt, die von einer brutalen Militärdiktatur an der Ausübung elementarster Rechte gehindert würden.

Wie wurde in den Medien Ihrer Meinung nach manipuliert?



Colin Goldner: Verfügbares Bildmaterial wurde entweder gar nicht gezeigt oder manipuliert, beziehungsweise mit falschen oder irreführenden Kommentaren versehen. Der Nachrichtensender n-tv beispielsweise strahlte ein Video aus, auf dem vermeintlich chinesisches Militär zu sehen war, das in Lhasa auf friedliche Tibeter einprügelt. Nur: die Bilder stammten gar nicht aus Lhasa, vielmehr zeigten sie nepalische Polizei, die gegen Randalierer in Kathmandu vorging. Auch auf RTL wurden die Szenen aus Kathmandu als Szenen aus Lhasa verkauft; desgleichen in der Bild-Zeitung, in der unter der Überschrift "Hunderte Tote bei schweren Unruhen in Tibet" ein Standphoto aus dem Kathmandu-Video zu sehen war.

Gibt es nicht auch Beispiele für eine objektive Sicht in den Medien?

Colin Goldner: Solche Berichte waren nur sehr vereinzelt zu lesen: die Washington Post beispielsweise oder der britische Economist ließen westliche Augenzeugen zu Wort kommen, die bestätigten, dass der Terror in den Straßen von Lhasa eindeutig von tibetischer Seite vom Zaune gebrochen worden war. Nachdem Videodokumente dies bestätigten, verlagerte das Gros der westlichen Medien sich auf die Argumentationslinie, die Ausschreitungen seien zwar zu verurteilen, letztlich aber vor dem Hintergrund der jahrzehntelangen Unterdrückungspolitik Pekings verständlich und als "Ausdruck der Verzweiflung" (NZZ) oder "Schrei nach Freiheit" (Tagesspiegel) vielleicht sogar legitim........


Kritiker des Dalai Lamas geraten schnell in den Verdacht, Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung zu verteidigen. Verstehen Sie diese Befürchtungen?

Colin Goldner: Ich halte das für eine simple Strategie zur Abwehr berechtigter Kritik. Wer gegen den Dalai Lama und das von ihm vertretenen feudal-theokratische Herrschaftssystem des "alten Tibet" ist, muss nicht notwendigerweise für die chinesische Militärdiktatur sein. Allerdings: Was immer von den Chinesen nach 1959 an Falschem und seinerseits Unterdrückendem in Tibet eingeführt wurde, sie schafften Schuldverknechtung, Sklaverei und Leibeigenschaft ab, und damit die menschenunwürdigen Verhältnisse, unter denen die große Masse der Bevölkerung dahinvegetierte, ausgebeutet bis aufs Blut von einer alles beherrschenden Clique aus Adel und hohem Klerus.


Wen es interssiert der liest hier:

https://www.heise.de/tp/features/Die-hiesige-Tibet-Schwaermerei-ist-reine-Projektion-3418363.html
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Re: Tibet

Beitragvon Kilgore Trout » Do 19. Jan 2017, 08:59

@Woody, wir reden hier nicht über was Lamas in den letzten Jahrhunderten getan haben (oder "friedfertige" Buddhisten im allgemeinen - siehe Kriege zwischen burmesischen, laotischen und thailändischen "Gottkönigen", die waren noch brutaler) sondern über die chinesische Politik in Tibet und teilweise in Quinghai seit 1950. Lies' mal Stéphane Courtois!
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Re: Tibet

Beitragvon woody » Do 19. Jan 2017, 09:10

Kilgore Trout hat geschrieben:@Woody, wir reden hier nicht über was Lamas in den letzten Jahrhunderten getan haben ....


Du lies mal meinen Link und nicht nur die Ausschnitte sondern alles, dann wird evtl. auch dir klar, was sich hinter der ewig grinsenden Fassade verbirgt. Es gibt nur Wenige, die sich trauen die Wahrheit ueber den Dalai Lama zu sagen, Colin Goldner ist einer davon.

Ich wusste vorher schon, dass hier ein Shitstorm ueber mich ergeht, wenn ich das Thema anreisse.
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Re: Tibet

Beitragvon Kilgore Trout » Do 19. Jan 2017, 09:46

@Woody, Du windelst Dich immer noch aalglatt am Thema vorbei. Es geht um mehr als 800.000 Tote seit der chinesischen Invasion. Aber viele ehemalige Linke betrachten die Kulturrevolution und die Roten Garden wohl immer noch als 'ne Garden Party.
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Re: Tibet

Beitragvon Tramaico » Do 19. Jan 2017, 09:53

Och, warum Shitstorm? Habe einfach mal den derzeitigen Dalai Lama im Wikipedia nachgeschlagen und da steht in der Tat eine ganze Menge.

https://en.wikipedia.org/wiki/14th_Dalai_Lama

Somit ist seine Aussage, "ich bin nur ein einfacher Moench" im generellen Kontext wohl nicht ganz zutreffend. Nein, mit Sicherheit keine Reinkarnation von irgendjemanden oder irgendwas, da liegt er sicherlich 100% richtig, sondern eher eine recht schillernde Persoenlichkeit, wenn man sich das so durchliest.

Unzweifelhaft finden sich da auch recht verstandbasierende Philosophien aber nun ja, ein "einfacher Moench" wuerde wohl sicherlich nicht versuchen so stark auf das politische Geschehen in Tibet und der Welt Einfluss zu nehmen. Ein "einfacher Moench" strebt wohl eher "nur" an mit sich selbst und der Welt ins Reine zu kommen, anstatt zu versuchen sie zu veraendern. Letztgenanntes ist ja nun fast schon wieder unbuddhistisch. Die erstgenannte Aufgabenstellung ist schon verdammt schwer zu erreichen, wobei Wunschvorstellungen (Anhaengen an Vergaenglichem) eher absolut kontrakproduktiv ist, wenn rein spirituelles Sein, das irdisch materialistische ersetzen soll.

Aber nun ja, wie sich offensichtlich zwischenzeitlich herausgestellt hat, waren/sind selbst Persoenlichkeiten wie Mahatma Gandhi, Mutter Theresa, Aung San Suu Kyi etc. nicht die Verkoerperungen des 100%igen "Gutmenschen". Jeder Mensch hat mit Sicherheit so seine ganz eigene und innere Agenda. Benenne das bekanntlich gerne mit der vereinfachten Ausdrucksweise "Skelette im Schrank haben" aus. Ausser, es handelt sich tatsaechlich um einen tatsaechlich "Erleuteten", wovon es aber wohl eher sehr wenig gibt, wenn derzeit ueberhaupt.

So ein Erleuchtete leuchtet ja nicht sondern manifestiert sich ganz im Gegenteil durch Unscheinbarkeit, obwohl das jetzt natuerlich wie ein Oxymoron rueberkommt, speziell bei den besonders blitzbirnigen Pappenheimer, die es wiederum im Ueberfluss gibt. :breit:
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Re: Tibet

Beitragvon woody » Do 19. Jan 2017, 09:56

Kilgore Trout hat geschrieben:@Woody, Du windelst Dich immer noch aalglatt am Thema vorbei. Es geht um mehr als 800.000 Tote seit der chinesischen Invasion. Aber viele ehemalige Linke betrachten die Kulturrevolution und die Roten Garden wohl immer noch als 'ne Garden Party.


Hoer mal gut zu mein Gudster. Wenn man den Dalai Lama kritisiert befuerwortet man nicht die chin. Verbrechen.

An deiner Reaktion kann man gut erkennen, dass du daran glaubst, dass die Propagada Maschine der Exiltibeter die Wahrheit verbreitet, das Gegenteil ist aber der Fall.

Kritiker des Dalai Lamas geraten schnell in den Verdacht, Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung zu verteidigen. Verstehen Sie diese Befürchtungen?

Colin Goldner: Ich halte das für eine simple Strategie zur Abwehr berechtigter Kritik. Wer gegen den Dalai Lama und das von ihm vertretenen feudal-theokratische Herrschaftssystem des "alten Tibet" ist, muss nicht notwendigerweise für die chinesische Militärdiktatur sein. Allerdings: Was immer von den Chinesen nach 1959 an Falschem und seinerseits Unterdrückendem in Tibet eingeführt wurde, sie schafften Schuldverknechtung, Sklaverei und Leibeigenschaft ab, und damit die menschenunwürdigen Verhältnisse, unter denen die große Masse der Bevölkerung dahinvegetierte, ausgebeutet bis aufs Blut von einer alles beherrschenden Clique aus Adel und hohem Klerus.
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Re: Tibet

Beitragvon thai.fun » Do 19. Jan 2017, 11:15

Ist mir egal wie dieser Thread ausgeht.
Ich habe folgendes selbst kreiertes- Bild seit Jahren auf meinem PC-Desktop ...

Bild


Dalei Lama ist, auch Papst, Allah, Gott, Buddha, ISIS und oder sonst so ein Religions- Weiterführer.
Wichtig für mich persönlich ist nur dass was für mich davon gutes abfällt, an das ich glauben kann.

Was China mit Tibet gemacht hat und macht ist Alltag auf dieser Welt. :axt:

In der Regel Relligions- und Staats- Führer die Mehrheiten gegen Minderheiten aufhetzen, sich bekriegen oder Genozide etc vollführen, usw. usw. ... :flucht:
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Re: Tibet

Beitragvon woody » Do 19. Jan 2017, 11:38

thai.fun hat geschrieben:Ist mir egal wie dieser Thread ausgeht.

Dalei Lama ist, auch Papst, Allah, Gott, Buddha, ISIS und oder sonst so ein Religions- Weiterführer.
Wichtig für mich persönlich ist nur dass was für mich davon gutes abfällt, an das ich glauben kann.

Was China mit Tibet gemacht hat und macht ist Alltag auf dieser Welt. :axt:

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Re: Tibet

Beitragvon woody » Do 19. Jan 2017, 11:56

thai.fun hat geschrieben:Dalei Lama ist, auch Papst, Allah, Gott, Buddha, ISIS und oder sonst so ein Religions- Weiterführer.
Wichtig für mich persönlich ist nur dass was für mich davon gutes abfällt, an das ich glauben kann.

Was China mit Tibet gemacht hat und macht ist Alltag auf dieser Welt. :axt:



Der aktuelle Dalai Lama war und ist wie seine Vorgaenger ein feudlalistischer Herrscher, der seine Macht verlor und seitdem um die Wiedereinkehr in den Potalla Palast kaempft. In der westlichen Welt wird er zu einem Helden hochstilisiert. In Wahrheit ist er das, was er immer war:

Ein feudalistischer Herrscher mit Anspruch auf "Goettlickeit"

Meine Meinung dazu duerfte jetzt wohl bekannt sein. In den letzten 20 Jahren haben die Chinesen diesen Feudalstaat in dem die Oberschicht der Lamas die Bevoelkerung bis aufs Blut aussaugte, erfolkreich entwickelt.

Zur Zeit als das grinsende Arschloch abgehoben in einem riesigen Palast regierte, gab es kein einziges Krankenhaus in Lhasa, inzwischen gibt es eine Universitaet und eine ganze Reihe von Kliniken.
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Re: Tibet

Beitragvon Kilgore Trout » Do 19. Jan 2017, 12:47

Auf Kosten von über 800.000 Opfern! Als er an die Macht kam war der derzeitige Dalai Lama auch erst 15 Jahre und inwiefern er überhaupt Macht hatte (gegenüber den anderen Bonzen) sei dahingestellt. Wenn Du weiterhin von der tollen Eisenbahnlinie oder dem neuen Flughafen in Lhasa schwafelst kommt das ziemlich an das Gerede über die Deutschen Autobahnen ran. war ja alles eigentlich gut gemeint.
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