Soll ich hier ausharren

Unsere Kernkompetenz: Was geht in der Vorenwelt?

Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Spokie » So 26. Jun 2016, 00:23

Das kommt wohl darauf an, ob du für die Kohle einstehen kannst?

Ein Fahrrad aus China wird ja eventuell nicht genommen.
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Yogi » So 26. Jun 2016, 00:38

Spokie hat geschrieben:Das kommt wohl darauf an, ob du für die Kohle einstehen kannst?

Ein Fahrrad aus China wird ja eventuell nicht genommen.


Vielleicht die Klingel :think:
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Spokie » So 26. Jun 2016, 00:50

Das stelle ich mir lustig vor: "Ich habe keine Kohle, aber ein Rad mit Klingel als Sicherheit".

Das tut ganz sicher. Nur man darf halt nicht den Lenker abbrechen, dann ist das Häuschen futsch.
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Willywinzig » So 26. Jun 2016, 01:46

Du hast Privatvermoegen als Sicherheit hinterlegt?
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Spokie » So 26. Jun 2016, 11:48

Hatte. Und das nicht zu knapp.

Und natürlich habe ich in Aktien investiert.
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Chak » Sa 9. Jul 2016, 17:52

bukeo hat geschrieben:
Chak hat geschrieben:Dazu kann ich dich erleuchten, das Geld für Start-Ups kommt von Investoren.


nein, da bin ich noch nicht erleuchtet. Öffentliche Fördermittel für StartUps (ja die gibt es) - kommen sicher nicht von Investoren.
Mag es geben, aber ist nicht die Regel.


Es gibt auch öffentliche Fördermittel, aber ein Start-Up das halbwegs mit seiner Idee überzeugen kann wird sich eher durch Investoren finanzieren.

Immer wieder lustig, wenn irgendwelche Leute mich mit ihrem ergoogelten oder sonstwie laienhaft angelesen Viertelwissen belehren wollen über Dinge, die meine Berufserfahrung betreffen.
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Willi » Sa 9. Jul 2016, 19:19

Chak hat geschrieben:Immer wieder lustig, wenn irgendwelche Leute mich mit ihrem ergoogelten oder sonstwie laienhaft angelesen Viertelwissen belehren wollen über Dinge, die meine Berufserfahrung betreffen.

Apropo Berufserfahrung. Bilanzen sind nur etwas für Fachidioten? Wer so denkt, übersieht, dass Finanzchefs und Buchhalter oft ganz oben landen.(auf der Fachidiotenliste)

Dax-Bilanzen
Die 260-Milliarden-Euro-Blase

Nun droht auch Bayer-Aktionären Ungemach: In den Bilanzen der Dax-Unternehmen hat sich eine Blase aufgebaut, die zu Milliardenverlusten führen wird. Eine Exklusivanalyse zeigt: Rund 260 Milliarden Euro stehen im Feuer.

Bilanzen sind nur etwas für Fachidioten? Wer so denkt, übersieht, dass Finanzchefs und Buchhalter oft ganz oben landen. Einer dieser Zahlenmenschen, Werner Baumann, hat es gerade an die Spitze des Bayer-Konzerns in Leverkusen geschafft. Ein Grund für seinen Aufstieg sei, so wurde vor Kurzem kolportiert, dass Baumann die aktuell geplante, mehr als 60 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Saatgutherstellers Monsanto befürwortet habe. Sein Chef, der langjährige Vorstandschef Marijn Dekkers, soll dagegen gewesen sein. Baumann war, bevor er die oberste Stufe der Hierarchie erklomm, mehr als sechs Jahre Herr der Zahlen im Bayer-Reich. Auch der Zahlen, die der Pharmakonzern seit Jahren selbst kreiert.

Bilanzen sind langweilig? Wer so denkt, unterschätzt die Kreativität ihrer Schöpfer. Die kurze Kennzahlenübersicht zum Beispiel, die Baumann Anlegern im jüngsten Quartalsbericht serviert, kommt nicht ohne zehn (!) Fußnoten aus. In ihnen erklärt Baumann wortreich, warum Bayer am liebsten Zahlen präsentiert, die "nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert sind". Das kommt nicht überall gut an. "Bayer packt nur das Positive aus Zukäufen in seine Gewinnkennzahlen. Man tut einfach so, als ob die Akquisition gar nicht stattgefunden habe, und rechnet deren Kosten wieder heraus", sagt ein Topexperte, der bei einem anderen großen Dax-Konzern die Bilanz miterstellt - und es vorzieht, nicht namentlich erwähnt zu werden.

Bayer: Verheddert im Gestrüpp der Fußnoten

Glaubt man Bayers Definitionen, hat der Konzern 2015 einen Gewinn je Aktie von 6,83 Euro erzielt. Orientierten sich Investoren an den "internationalen Rechnungslegungsvorschriften", wären es aber nur noch 4,97 Euro. Besonders konservative Rechner würden auch noch die Werte berichtigen, die Bayer als Prämie auf das Vermögen einst übernommener Firmen gezahlt hat; danach blieben nur noch um die 3,00 Euro Nettogewinn je Aktie. Bei einem aktuellen Kurs von 90 Euro läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie bei sehr hohen 30. Nach Bayer-Lesart hingegen liegt es bei sehr günstigen 13. Und - welcher Wert ist nun kühn, welcher fair, welcher realistisch? Den 30-fachen Gewinn bei Bayer anzunehmen wäre jedenfalls nicht unfair. Schließlich wollen Anleger diesen Wert mit denen von Unternehmen vergleichen können, die aus eigener Kraft wachsen und ohne eingepreiste Hoffnungen aus Übernahmen. BMW oder Beiersdorf etwa rechnen sich nicht schöner, als sie sind; der von ihnen ausgewiesene Gewinn wird den Bilanzregeln gerecht.

Dennoch tolerieren es die Regelwerke bisher, dass Konzerne eigene Kennzahlen erfinden - bis hin zu absurden Werten, die eine Vielzahl an Aufwendungen außen vor lassen. "Wertvolle Informationen werden oft schlecht präsentiert, und die Wahrheit wird so übertüncht. Für den Anleger ist es oft schwierig, sich durch die Vielzahl von Fußnoten und Informationen hindurch ein richtiges Bild zu machen", sagt Hans Hoogervorst, Chef des International Accounting Standards Board, das zuständig für die auch in Deutschland geltenden Bilanzregeln IFRS ist.

Auch Profis fällt es oft schwer, unter der hellen Tünche die Wahrheit zu finden. So prognostizierten Analysten vor drei Jahren, dass alle Dax-30-Unternehmen 2015 rund 90 Milliarden Euro verdienen werden. Herausgekommen sind, das wissen Anleger seit der verspäteten Bilanzvorlage von Volkswagen, nicht einmal 50 Milliarden. Ein Hauptgrund für derartige Fehlprognosen: "Analysten lassen bei ihren Gewinnschätzungen wesentliche Abschreibungsrisiken nach Übernahmen außer Acht", sagt Peter Leibfried, Professor für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der Universität St. Gallen. Da der Zeitpunkt von Abschreibungen auf übernommene Töchter unbekannt ist, sind diese Risiken in den Analystenprognosen nicht enthalten.

So entsteht der Goodwill

Sehr zur Freude der Unternehmen, deren Wert an der Börse dadurch im Trend höher ist, als er es eigentlich sein sollte. Wird der Gewinn des Unternehmens überschätzt, fällt das KGV als wichtigste Kennzahl für die Bewertung eines Unternehmens niedriger aus als gerechtfertigt - das Unternehmen oder auch alle in einem Aktienindex enthaltenen Werte erscheinen günstiger, als sie es sind. Das geht so lange gut, bis Investoren den Widerspruch entdecken oder bis die Unternehmen dann doch einmal überhöhte Werte abschreiben.

E.On und die Deutsche Bank etwa wiesen 2015 nach monströsen Abschreibungen jeweils fast sieben Milliarden Euro Verlust aus statt der ursprünglich prognostizierten Milliardengewinne. Die Folge für die Aktionäre: Die Deutsche-Bank-Aktie ist inzwischen zu einem Preis zu haben, den Anleger bereits im Winter 1970 bezahlt haben. Und der Kurs von E.On notiert so tief wie seit 30 Jahren nicht.

Für Investoren ist es also von enormer Bedeutung, zu erfahren, wie ihre Unternehmen den Wert ihrer zugekauften Töchter berichtigen: Gehen sie dabei vorsichtig vor? Werten sie regelmäßig ab? Oder droht eine Abschreibung auf einen Schlag, wenn diese sich nicht mehr vermeiden lässt?

Die Universität St. Gallen analysiert deshalb exklusiv für die WirtschaftsWoche, welche Abschreibungspolitik die Dax-30-Unternehmen nach Übernahmen betreiben. Ergebnis: Die Milliardenrisiken aus Übernahmen sind auch 2015 erneut gestiegen, obwohl einige Dax-Unternehmen historisch hohe Abschreibungen vorgenommen haben. Neu bilanzierte Übernahmen und die Aufnahme von TV-Sender ProSieben sowie des Wohnungskonzerns Vonovia in den Dax haben die Risikopositionen um knapp 18,5 Milliarden Euro in die Höhe getrieben.

Anleger finden dieses Risiko in jeder Bilanz auf der Vermögensseite (Aktiva) unter der Position Goodwill. Diesen Goodwill oder Firmenwert können Finanzchefs, anders als Maschinen oder Patente, nicht einzeln verkaufen. Der Goodwill entsteht so: Übernimmt ein Unternehmen einen Konkurrenten, ist das Management verpflichtet, das Vermögen der neuen Tochter buchhalterisch in Einzelteile zu zerlegen. Lizenzen, der Fuhrpark, Immobilien, Kundenbeziehungen, Patente - jede Position wird neu bewertet. Fällt der gezahlte Kaufpreis für das Unternehmen höher aus als das neu bewertete Vermögen, wird diese Übernahmeprämie als Goodwill in die Bilanz gebucht. Dieser soll künftige positive Synergieeffekte widerspiegeln. Treten diese nicht ein, oder fallen sie weg, dann sollte diese Position abgewertet werden wie eine in die Jahre gekommene Maschine.

Doch genau davon sehen viele Konzerne gerne ab.

Es geht hier nicht um Kleinigkeiten im Dax: 261 Milliarden Euro insgesamt stehen im Feuer, das sind 36,5 Prozent des Eigenkapitals aller 30 Konzerne oder 28 Prozent des aktuellen Börsenwerts des Dax insgesamt. "Wer diesen Goodwill kaum oder gar nicht abschreibt, bei dem liegt der Verdacht nahe, dass er sich auf lange Sicht reichrechnet", sagt Experte Leibfried. Auf diese Art verdächtig macht sich mehr als die Hälfte aller Dax-Unternehmen, von der Allianz über Fresenius bis hin zu Volkswagen (siehe Tabelle unten).

Ohne die laxen Regeln zur Bilanzierung von Übernahmen würde Bayer wohl kaum daran denken, ...

Na harren wir einfach mal den Dingen aus, was da passieren wird :biggrin:
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Chak » Sa 9. Jul 2016, 19:39

Ein Vollzitat ohne Quellenangabe ist nicht so fein, Willi.

Und was genau willst du damit ausdrücken, dass wer eine Bilanz lesen kann klar im Vorteil ist, das ist doch wohl offensichtlich.
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Willi » Sa 9. Jul 2016, 19:59

Chak hat geschrieben:Ein Vollzitat ohne Quellenangabe ist nicht so fein, Willi.

Nimm den hier :thumbs:
http://www.finanznachrichten.de/nachric ... en-198.htm

Und was genau willst du damit ausdrücken

Na das sich die Buchhalter von Bayer und andere schnell mal im Gestrüpp Verheddern.
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Re: Soll ich hier ausharren

Beitragvon Willywinzig » Sa 9. Jul 2016, 23:33

Auf einem Seminar fragte ich mal den Dozenten was denn die Bilanz ueber die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens aussagt.
Antwort: "Gar nichts. Die Bilanz zeigt nur wie gross das Rad ist an dem sie drehen."
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