Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Die Schriftstellerecke.

Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon Hualan » Mi 22. Jul 2015, 13:51

Wie der eine oder andere der geschätzten Mitvoristen schon bemerkt haben wird, hat Euer geliebter Admin nach längerer Abstinenz sich vor Kurzem die Ehre gegeben, dem Königreich Siam mal wieder einen Besuch abzustatten.

Es ist mir geradezu ein Herzbedürfnis, Euch an dieser kulturell hochinteressanten Reise teilhaben zu lassen.
Aus diesem Grunde werde ich von Zeit zu Zeit einige Highlights hier im Vorum als Reisebericht niederlegen. Und den Zwang zur Selbstdarstellung nicht zu vergessen, latürlich :breit: .

Alle Freunde der reichhaltigen Bebilderung muss ich leider etwas enttäuschen, da ich es nicht so mit der Kunst des Fotografierens habe, zudem diese mit Hilfe meines Smartphones geschehen sollte und ich ein absoluter Bedienungslegastheniker dieser Geräte bin.
Das soll aber nicht heißen, dass es nicht noch das eine oder andere Foto geben wird.

Die Anreise

Erstaunlich, wie schnell Geschehenes vergessen und Vorsatz fallen gelassen wird.
Obwohl ich mir nach meinem letzten Thailand-Trip im Jahre 2012 geschworen habe, nie wieder mit der Kooperation Air Berlin/Etihad Airways zu reisen, köderte mich die Website der Etihad mit den günstigsten, im Netz auffindbaren Flugpreisen.

Als typisch deutsche Kleinbürgerfamilie, die nur mit Mühe den sozialen Aufstieg von Elend nach Armut gemeistert hat, zählt natürlich jeder Pfennig.
Nicht unmaßgeblich für diese Entscheidung war auch noch die Bequemlichkeit- und Auswahlfunktion der Website: „Watt kost‘ der Flug heute, morgen, übermorgen?“.
Also flugs (sic!) die entsprechend günstigen Tage zusammengestellt und 2 Buchungen beauftragt, 1 Buchung für Papa Hualan für einen 2,5 wöchigen Aufenthalt, 1 Buchung für die Restfamilie für eine 5 wöchige Reisedauer, deren Zustimmung mir mein geliebtes Eheweib mit einem dezenten Hinweis auf ein mögliche zukünftige Anhäufung von abendlichen Kopfschmerzen aus der Tasche geleiert hat.

Nach Bezahlung des Ganzen via Mastercard sendete Etihad dann auch zeitnah Buchungsbestätigung und E-Ticket auf meinen E-Mail-Account. Selbstverständlich kontrollierte ich diese durch ein intensives Querlesen. Jepp, passt!

Erst 2 Tage vor Abflug fiel mir beim Zusammenstellen der notwendigen Reisedokumente das Flughafenkürzel TXL ins Auge.
Na bravo, hatte ich es doch bei der Buchung geschafft, die mir schon jetzt zu lange Reiseroute durch einen Transfer über Berlin-Tegel zu erweitern. (Zu dem 2., noch größeren Fauxpas komme ich gegen Ende dieses Berichtes).

Da hilft kein Heulen und Zähneknirschen, für ’s Umbuchen ist es zu spät, da müssen wir jetzt durch.
Als versierte Reisende fanden wir uns am Abflugtag rechtzeitig am Flughafen DUS ein, problemloses Einchecken am Counter, erlaubtes Reisegepäckgewicht von 30 kg um durchschnittlich 8 kg unterschritten, alles im grünen Bereich.

Anschließend Sicherheitskontrolle mit Premiere des „Nacktscanners“.
Selbstverständlich konnten die errechneten Bilder nur vom Sicherheitspersonal eingesehen werden und wurden (vermutlich) dann für die spätere kommerzielle Verwendung in TV-Formaten, wie „Achtung Kontrolle“ u. ä. abgespeichert.

Die Durchleuchtung meines Handgepäcks schien aber Fragen aufgeworfen zu haben. Ich wurde vom Personal freundlich gebeten, diese an den benachbarten Stand zu begleiten.
Gegenstand des Anstoßes waren 2 kleine, unbeschriftete Kunststoffflaschen mit jeweils 100 ml einer wasserklaren Flüssigkeit, die ich, den flugtechnischen Sicherheitsbestimmungen folgend, ordentlich in einem wiederverschließbaren, durchsichtigen Plastikbeutel von 1 Liter Fassungsvermögen verpackt und separat durch den Röntgenapparat geschickt hatte.

Durch einen Verweis auf meine potentielle Flugangst sowie eine orale Kostprobe der Flüssigkeit ließen sich die Damen der Sicherheit davon überzeugen, dass es sich nicht um einen Flüssigsprengstoff handelte, sondern um ganz profanen Wodka der Edelmarke „Gorbatschow“.
Bevor ich jetzt verurteilt werde: So eine Reise bis nach Hua Hin dauert lang, und wer weiß, wann ich da mal unterwegs einen kleinen „Kreislaufbeschleuniger“ bzw. „Nervenberuhiger“ brauche. Ich sorge nun mal gerne vor.

Pünktlich hob schließlich der Flieger der Marke DEHAVILLAND DASH 8-400 TURBOPROP ab, obwohl sich mir beim ersten Anblick dieser Winz-Maschine der Eindruck aufdrängte, ich müsste erst irgendwo 1 Euro einwerfen, damit es losgeht.

Von der darauf folgenden Flugreise DUS-TXL-AUH-BKK ist schnell erzählt.
Die Sitze der Holz- bzw. Schweineklasse waren auf alle 3 Flügen natürlich scheiße eng. Da ich es wie immer bevorzugte, aufgrund meiner etwas lädierten Knie am Gang zu sitzen, hatte ich auch wieder das zweifelhafte Vergnügen, dass meine jeweilige Schulter in den Gang hinein ragte.

Natürlich ließen weder die strunzdummen Saftschubsen noch das mitreisende Blödpack es sich nehmen, bei jedem Passieren meines Sitzplatzes gegen besagte Schulter zu stoßen. Bei jemandem wie mir, der kaum im Flugzeug schlafen kann, ist das nicht gerade stimmungshebend. Irgendwann half dann auch ein „Nervenberuhiger“ mehr und die erst leise vor sich hin gemurmelten Flüche wurden lauter.

Nach 18 h kurzweiliger Reisezeit dann schließlich die Landung auf dem Suvarnabhumi Airport. Immigration ging zügig, baggage claim zu meinem Erstaunen ebenfalls schnell und dazu auch noch vollständig.

Meine Frau hatte sich im Vorfeld darum gekümmert, dass uns am Ausgang 3 ein Minivan mit Fahrer zur weiteren Anreise nach Hua Hin erwartet.
Nun aber bietet die Zahl „3“ doch einiges an Interpretationsspielraum. Es könnte ja auch die 3. Ebene, der 3. Ausgang von links oder gar der 3. Hochzeitstag der Schwiegerenkelin 2. Grades gemeint sein. Eine von diesen Möglichkeiten muss jedenfalls dem Fahrer durch den Kopf gegangen sein; als wir ankamen, erwartete uns: Nichts!

Einige Telefonate und 45 min später trafen wir schließlich irgendwo (ich hatte längst Orientierung, Geduld und meine sprichwörtliche gute Grille verloren) auf eine Person, die erst artig einen Wai machte und sich dann meinen Kofferkarren schnappte, um diesen in das angeschlossene Parkhaus zu verbringen.
Dort entpuppte sich der bestellte Minivan als abgeranztes Taxi der Marke Toyota Corolla. Meinen fragenden Blick zur Gemahlin beantwortete diese mit einem thai-typischen Achselzucken.

4 Passagiere mit Gepäck schienen an die Kapazitätsgrenzen des Automobils zu gehen, aber tatsächlich nur fast. Irgendwie gelang es dem Fahrer, alle Gepäckstücke ins Auto zu stopfen, der Fußraum der Rücksitze musste die große Reisetasche aufnehmen.
Kein Problem, hinten sitzt eh die Restfamilie, die braucht nicht soviel Platz. Und der Todes… äh… Beifahrersitz war schließlich mir.

Befreit von den einengenden Zwängen von Parkhaus und möglichem Gegenverkehr zeigte dann der Fahrer auf dem Highway, welch‘ tief schlummerndes Formel 1-Piloten Potential in ihm steckt. Wie eine geisteskranke Wildsau überholte er fleißig links und rechts, ignorierte fließenden Verkehr und angebundene Regeln.
Und etwas Englisch sprach er auch, da er mir während seiner Höllenfahrt erzählte, dass er früher Rallyefahrer gewesen sei und heute noch den Geschwindigkeitsrekord auf der Strecke Bangkok-Pattaya mit 34 min Fahrzeit hielte, aufgestellt im „Ferrari F40 eines Freundes“. Ja nee, is‘ klar :doh: .

Auf die Frage, wie sehr mir doch sein momentaner Fahrstil gefalle, habe ich ihm in höflicher Weise zu verstehen gegeben, dass sich meine Familie in seinem Wagen befände und ich ihn im Falle eines Unfalls gepflegt am nächsten Baum an seinen Eiern aufhängen würde. Dieses führte zu einer deutlichen Mäßigung seines Fahrens sowie zu einer ebenfalls deutlichen Reduzierung seiner Unterhaltungsbereitschaft.

Auch die schönste Anreise hat irgendwann ein Ende; nach 2,5 h erreichten wir schließlich Hua Hin, wo an einem markanten Punkt auf der Petkasem Road die Maklerin des von uns gemieteten Ferienhauses bereits auf uns wartete.
7 x links, 3 x rechts und 2 Kreisverkehre später erreichten wir gegen 23.00 h Ortszeit schließlich unser Feriendomizil.

Aber davon später mehr…
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon Yogi » Mi 22. Jul 2015, 15:47

Weiter jetzt, ich habe Zeit. :thumbs:

Anschließend Sicherheitskontrolle mit Premiere des „Nacktscanners“.

Waren die Kisten gross genug :confus: oder hast du den Rahmen gesprengt?

Die Sitze der Holz- bzw. Schweineklasse waren auf alle 3 Flügen natürlich scheiße eng.

- meinen Rat mit dem Hüftfett für die engen Sitze hast du sicher nicht befolgt. :biggrin:

Pünktlich hob schließlich der Flieger der Marke DEHAVILLAND DASH 8-400 TURBOPROP ab

Hier noch ein Bild der Schutzpatronin des Flugzeuges, nur damit es nicht vom Winde verweht.
Bild
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon Kevin » Mi 22. Jul 2015, 17:21

Hualan hat geschrieben:Erst 2 Tage vor Abflug fiel mir beim Zusammenstellen der notwendigen Reisedokumente das Flughafenkürzel TXL ins Auge.


Wunderschöner Tribut an das Nachbarforum. :thumbs:
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon thai.fun » Mi 22. Jul 2015, 18:13

Hey, bei dem amüsanten auführlichen schreibstil erübrigt sich jegliches Bild begleit Material. Viel schöner die entstehenden Bilder im eigenen Kopf zu geniessen. Endlich mal, was ja von einem AdMod auch erwartet wird, ein rundum geniessbarer Beitrag. Ein Farbtupfer in der ewigen gegenseitigen BBG -anöderei

Ich freu mich schon aufs wiedereinmal hier reinschauen, obwohl das Ansichtssache bliebt. ...
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon Willi » Mi 22. Jul 2015, 18:27

Kevin hat geschrieben:Wunderschöner Tribut an das Nachbarforum. :thumbs:

Mir gefällt das ganze Eingangsposting. Wunderschön geschrieben. Spannung pur :thumbs:
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon Tramaico » Do 23. Jul 2015, 02:01

Hut ab, Hanselitis der Premiumklasse. Qualitaetstourie, nachdem das Koenigreich lechzt.

Und mach Dir keinen Kopp ueber den kleinen Abstecher nach Berlin. Wahre teitsche Patrioten fliegen immer ueber die Landeshauptstadt.

Noch ein Wort zum Taxifahrer. Thailaendischer Pragmatismus. Da Ihr erst mit erheblicher Verspaetung zueinander gefunden hattet, galt es natuerlich die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Machen Piloten doch auch. Im Grunde sind Taxifahrer auch Piloten. Auf vier Raedern natuerlich. Hier wird noch wirklich was fuer die Gaeste des Landes getan. Kein Wunder, dass Thailand als Reiseland so beliebt ist. Trotz allem. Thainess, lockender suesser Gesang der Sirenen, dem sich ein echter Hansel, aeh Mann, nicht lange erwehren kann. Joerch ist natuerlich ein harte Brocken. Moeglicherweise ist der kein Mann und hanselt somit lieber in Griechenland oder so rum. Ups, komme vom Thema ab.

Kurzum, Niko, mein Hund und ich sind stolz auf Dich. Ein Abiturient der alten Schule. Da kann der Yugo drueben nicht mithalten nicht. Darum ein dreifaches chaiyo, chaiyo, chaiyo auf unseren Dicken, der seiner Aufgabe als Admin wirklich gerecht wird. :thumbs:
Wenn der Hund beisst bellt er nicht.
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon wasa » Do 23. Jul 2015, 03:38

Tolle Story und so ein moderner Schreibstil.
... aim high,work hard and do not give up in LOS ...
Ich bin an daemlichen Konversationen nicht interessiert.

Khun Ai Gae Na Khlong
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon Hualan » Do 23. Jul 2015, 08:53

Danke für die Blumen, aber ich werde trotzdem niemanden in mein Nachtgebet einschließen :no: .

Weiter geht 's:

Warum Hua Hin?

Als vor einigen Wochen die Entscheidung fiel, dass Familie Hualan mal wieder dem Land des Lächelns einen urlaubsmäßigen Besuch abstatten wird, kam als Ferienort für mich nur Hua Hin in Frage.
Gleich mehrere Gründe sprachen für diesen Standort:

Zum Einen ist der Wohnort der Eltern von Frau Hualan nahe dem nächsten Städtchen Pran Buri und innerhalb einer flotten halben Stunde mit dem Automobil zu erreichen.
Besuche können somit kurzfristig arrangiert werden, ohne dass es umständlicher Reiseplanungen bedarf. Weiterhin entfällt durch die Pendelnähe der bei uns Qualitätshansels so überaus beliebte Übernachtungs-Aufenthalt „auf dem Dorf“ der Schwiegereltern.

Ein weiterer, vielleicht noch schwerwiegender Grund ist meine ausgeprägte Reiseunlust, wie es sich für einen Phlegmatiker gehört.
Stress habe ich das ganze Jahr genug, da muss ich nicht auch noch kreuz und quer durch TH reisen, um mir Land, Kultur und Leute anzuschauen. Ein netter Tagesausflug im klimatisierten KFZ ist absolut in Ordnung, aber am Abend möchte ich schon die letzte Kanne Gerstensaft im heimischen Domizil leeren, bevor es mich auf die Schlafstatt verschlägt.

Das Gleiche gilt im Übrigen auch für meine Kinder, die zwar jegliche Reiseunannehmlichkeiten mit stoischer Geduld ertragen, aber einen nahen Pool- , Strand- oder Spaßbadbesuch allemal einer kulturell weiterbildenden Wat-Besuchsreihe im Landstrich Nakhon Schieß-mich-tot vorziehen.

Schlussendlich kenn‘ ich mich durch einige vorige Besuche in Hua Hin schon etwas aus. Sollte ich also versehentlich mal den falschen U-Turn nehmen, gerate ich nicht in die Gefahr, irgendwo in der thailändischen Pampa einem noch nicht entdeckten Kannibalenstamm in die Hände zu fallen.
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon Hualan » Do 23. Jul 2015, 09:01

Die Ankunft

Nachdem der Ferienstandort geklärt war, stellte sich die nächste Frage der Unterbringung.

Erstaunlicherweise waren sich Weib, Gören und Hauptfinanzier schnell einig, dass nur ein angemessenes Ferienhaus unseren nicht unerheblichen Ansprüchen, sprich Abstand von quakenden Mittouristen, großer Kühlschrank, eigenes Scheißhaus, gerecht werden kann.

Als Hauptverantwortlicher des anstehenden Urlaubsunternehmens delegierte ich diese Aufgabe sofort an die Kompentenzträgerin der thailändischen Sprache und Kultur, an meine Angetraute, die sich im weiteren Verlauf auch noch als recht fähige Projektleitung de facto etablierte.
Hat schließlich mit ihrem Halbtagsjob genug Zeit, die Gute, stehen ihr doch die anderen 12h des Tages zur freien Verfügung, hehe.

So war ich auch wenig verwundert, dass Frau Hualan schon nach kurzer Recherche ein sehr passables Angebot erhielt, auf das wir schließlich auch eingingen:
1 komplett eingerichtetes Ferienhaus, ca. 120 qm, zu einem Preis von 30.000 THB für einen Monat, exklusive Nebenkosten.

Und eben dieses erreichten wir dann, an den ersten Beitrag meines Berichtes anschließend, gegen 23.00 Uhr der dortigen Zeitzone.

Obschon finstere Nacht, machte die Hütte von außen einen recht netten Eindruck, der sich nach Betreten der selbigen noch verstärkte.
Einen Wermutstropfen gab es jedoch sofort: Das völlige Fehlen von bereitgestellten „Hausschluppen“ deutete auf einen sehr niedrigen sozialen Status des Besitzers/Vermieters hin, wie man es in einschlägigen Thai-V(F)oren erklärt bekommt. Na, wenn das mal nicht noch dicker kommt...

Aber zuerst schickte ich mal den verkannten Taxi-Rennfahrer mit einem angemessenen Trinkgeld zurück ins heimische BKK. Den Tipp hatte er sich doch redlich verdient, da er einen Großteil der Fahrstrecke schließlich entgegen seines Naturells recht manierlich fuhr, und, vor allen Dingen, seine Fresse hielt.

Schließlich suchte und fand auch die überaus nette Maklerin erfolgreich das Weite, und die Familie Hualan war auf sich selbst gestellt.
Sofort begann ich meine Prioritätenliste abzuarbeiten: Zimmerverteilung, Air Cons enabled (deren Stücker gleich 4 an der Zahl), Wiederinbetriebnahme des Kühlschranks, Pulle Bier… Scheißdreck, vergessen einzukaufen….

Watt nu? Mittlerweile näherte sich die Mitternacht, und das Einzige, was an Grundnahrungsmittel zur Verfügung stand, war eine fast leer gefressene Tüte Gummibärchen und ca. 0,2 Liter pisswarmes Trinkwasser aus der reichhaltigen Flugverproviantierung.

Nach kurzer Erinnerung an die bei mir merkwürdigerweise etwas im Nebel liegenden Hinfahrt kamen wir zu der Erkenntnis, dass sich in unmittelbarer Laufnähe auch keine Gelegenheit bot, dem Missstand der akuten Nahrungsmittelunterversorgung abzuhelfen.
Also musste die nette Maklerin noch mal ran. Ein kurzer Anruf und schon erklärte sich bereit, Frau Hualan zu irgendeinem der gleichermaßen inflationär verteilten, wie aber auch nicht weg denkbaren 7-11-Märkte zu fahren.

Aufgabe gelöst, darauf noch einen „Nervenberuhiger“. Ebenfalls pisswarm, versteht sich.

Nach angemessenem Zeitraum kam dann auch meine Ische vollgepackt mit dem Notwendigsten heim, dem hiesigen, schwammartigen Gebilde, welches als Toastbrot bezeichnet wird, ein paar folkloristische Snacks von diversen, am Fahrweg befindlichen und noch geöffneten Grillständen, etwas Kunstkäse oder so watt ähnlichet, einige Liter Trinkwasser, und last but not least, 6 Pülleken Leo Bier, eiskalt.

Die erste Granate standesgemäß mit einem Feuerzeug vom Kronkorken befreit… Aah, das zischt… Als hätt‘ dir ein Engelken auffe Zunge gepisst, sachte unser Uroppa immer….

Nach erfolgreicher Verschnabulierung der soeben eingeholten Köstlichkeiten sank die Restfamilie ermattet auf ihr Lager, während das Oberhaupt noch auf der Terrasse mit Hilfe von 2 weiteren Bieren erfolgreich Stressabbau betrieb und schließlich Schlafbereitschaft erstellte.
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Re: Thailand 2015: Hua Hin und Umgebung

Beitragvon Tramaico » Do 23. Jul 2015, 10:19

Hualan hat geschrieben:Gleich mehrere Gründe sprachen für diesen Standort:


Yep.

- Seniorenparadies
- Haarlosigkeit des Steinkopfes
- Nicht weit von der Engelsstadt, Zentrale dieses Planeten

Durchaus weise Wahl.

Also nun auch fuer die Zukunft eine Domizilaenderung fuer das Aussetzprozedre im Rollstuhl. Darauf achten, dass es zu einer entsprechenden Eintragung in der Familienkladde kommt. Es ist nie zu frueh an die Zeit im Alter zu denken (copyright deutsches Sozialverarschungsgesindel und Versicherungshyaenen).

:thumbs:
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